Jeden Dienstag von 19.00 bis 21.00 Uhr finden unsere Chorproben  
                         im Vereinslokal "Hertha Müller Haus",
                    Argentinische Allee 89, 14163 Berlin statt  
 
      Wer gerne mal ein Liedchen singt, ist herzlich eingeladen zu einem
      unverbindlichen Besuch. Noten lesen können ist keine Vorbedingung!
          


Sonntag, 3. Dezember 2017, 15.00 Uhr

Adventskonzert in der Pauluskirche Zehlendorf


Die Herrenpartie des MGV Zehlendorf 1873 und des Männerchores Frohsinn Teltow 1874 nach Storkow und dem Kloster Neuzelle.

Diesmal war es wieder eine wahre Herrenpartie, also ohne Weiber. Gleichzeitig fehlten auch die Vorsitzenden beider Chöre. So stand das Ganze unter der Leitung der jeweils Zweiten, einem Panzerfahrer und einem Major der ehemaligen Nationalen Volksarmee der DDR. Das fiel aber nur dem Chronisten auf, der immer auf der Suche nach solchen Besonderheiten ist. Nach dem ersten großen Hallo im Bus verfielen die verehrten Sangesbrüder in allgemeines Dösen in Erwartung eines schönen Frühstücks in Storkow. So war es dann auch, in Storkow hatte die Reiseleitung das Frühstück für uns gebucht. Es wurden schon vor dem Futtern auch die ersten Lieder geschmettert, auf nüchternen Magen sozusagen. Man weiß ja, dass der Alkohol die Zungen löst, was aber der Qualität des Gesangs nicht immer zugute kommt. Als der erste Heißhunger gestellt war und die Verdauung leise einsetzte, wurde der Sangesbruder Z von offizieller Seite aufgefordert, Witze zu erzählen. Die Besonderheit dieser Erzählungen war die, dass sehr viele Witze schon bekannt waren, aber jeder gerne zuhörte. Denn der Sangesbruder Z kann so schön erzählen und lacht auch noch so ansteckend mit, dass kaum ein Auge trocken bleibt. So ermutigte er den Einen oder Anderen, auch eine Geschichte zum Besten zu geben.

Es liegt in der Natur einer Herrenpartie, dass solche Witze sich um das Vögeln ranken, und zwar in allen Variationen, die sich den bejahrten Sangesbrüdern in der Erinnerung eines langen Lebens darboten. Andere Witze, wie etwa die aus Kindermund, wären da ganz falsch gewesen. Es muss erwähnt werden, dass die Kellnerinnen sich zuvor diskret zurück gezogen hatten. Vielleicht haben sie etwas verpasst, aber das weiß man ja nicht. Jedenfalls berichtete mir ein Sangesbruder, der sich die Geschichten merkte und sie zu Hause seiner Frau erzählte, dass es dabei nichts mehr zu lachen gab. Also lasse man die Witze da, wo sie hin gehören, auf die Herrenpartie. Da wurde zum Abschluss in Storkow nachmals kräftig gesungen. Da kein Chorleiter dabei war, übernahm der Chronist gerne die Chorleitung, zumal wir nur zu unserer eigenen Freude die Lieder erklingen ließen.

In Neuzelle stand eine Brauereibesichtigung auf dem Programm. Das lässt normalerweise ein Sängerherz höher schlagen, aber hier stiegen wir über steile Stufen rauf und runter, sahen alte Säcke, Bottiche und Bierflaschen mit den wunderlichsten Etiketten und Biersorten, die auf einen Klosterbruder zurück gehen. Der Höhepunkt der Besichtigung war die Betrachtung von Bierkästen in einer modernen Lagerhalle. Dort haben wir wieder gesungen, ein Bier, das macht den Durst erst schön, und dann verließen wir mit staubtrockener Kehle die alte Brauerei. Sie ist nach den Prospekten ein touristisches Glanzstück von Neuzelle. Nach der trockenen Besichtigung wäre uns so was nicht im Traum eingefallen.

Das wirkliche Glanzstück war das Kloster selbst, mit einer hoch aufragenden Kirche, die den Mittelpunkt des Klosters bildete. Leider war uns die Besichtigung verwehrt, da ein Brautpaar just zu diesem Zeitpunkt drinnen heiratete und die Kirche zusperrte. Man muss das respektieren und froh sein, wenn heutzutage überhaupt noch jemand heiratet. Zum Glück gab es noch eine kleinere evangelische Kirche gleich nebenan, die wir besichtigen konnten. Man spürte förmlich den hohen Renovierungsbedarf dieses Gebäudes und erfuhren von einer Führerin eine ganze Menge. Zum Abschluss sangen wir vor dem Altar noch ein paar passende Lieder, die, wie fast immer in einer Kirche, wunderbar klangen. Tage später stand in der Morgenpost ein Bericht über das Kloster Neuzelle. Der Kulturstaatsminister Neumann verkündete, dass Geld für die Restaurierung der barocken Klosteranlage bereit gestellt wird. Davon sind 450 000.- € für die evangelische Kirche vorgesehen. Na also, geht doch. Vielleicht fahren wir in ein paar Jahren mal wieder nach Neuzelle.

Das Mittagessen nahmen wir in der Klosterschänke ein. Obwohl das Essen seit Wochen vorbestellt war, dauerte es noch eine Dreiviertelstunde, bis schließlich serviert wurde. Die Wartezeit nutzten wir zur Flüssigkeitsaufnahme, d.h. wir ließen unsere Biergläser mehrfach nachfüllen. Das war dringend notwendig und für viele war das der erste Alkohol des Tages. Nur ein paar Spezialisten hatten schon zum Frühstück Bier bestellt. Die Wartezeit wurde uns nicht langweilig. Als das Essen schließlich serviert wurde, hatten wir richtig Hunger. Wie sagt man so schön: Hunger ist der beste Koch. Nur so ist zu erklären, dass die Sangesbrüder unverzagt verkündeten, das Essen habe geschmeckt. Tatsächlich war aber das Fleisch so hart und trocken, dass ich es normalerweise meinem Hund gegeben hätte, der hat noch gesunde Zähne. In einer solchen Gesellschaft will man nicht auf den Putz hauen, es wäre peinlich geworden. Wäre nur Hannelore dabei gewesen, hätte ich das Essen zurück gehen lassen. Verlange ich zuviel? Zum Glück schimpfte aber auch ein Sangesbruder darüber, dass der Wirt für dieses schlechte Essen auch noch Geld verlangte.

Die Rückfahrt im Bus war heiter und vergnüglich. Sangesbruder H, der bestens für die Noten sorgte, hatte noch weitere Talente, nämlich die eines Mundschenks. Bestens vorbereitet mit vollen Flaschen und kleinen Plastikgläschen eilte er wieder und wieder durch den Bus, um alle ausreichend zu versorgen. Das muss wirklich gelobt werden, denn Singen ohne Trinken ist nur schwer denkbar, und dabei denkt der Chronist nicht an Milch. Und tatsächlich, es wurde im Bus gesungen wie noch nie. Alle möglichen und unmöglichen Lieder wurden geträllert, von Aramsamsam bis Lilli Marlen, allerdings mit einem anderen Text, der gesungen werden konnte, weil keine Damen anwesend waren. Es muss aber gesagt werden, dass das Lied: Mutter komm mal runter, das bei einer früheren Herrenpartie dominierte, diesmal vergessen wurde. Der Stimmung tat das keinen Abbruch.

Die oberste Heeresleitung sah auf der Rückfahrt noch einen Zwischenstopp in Storkow vor, in einem Gartenlokal, das einen ordentlichen Eindruck machte. Der Gesang allerdings war nicht mehr ganz so gut. Nicht nur wegen des Alkohols, der den einen oder anderen Sänger etwas beeinträchtigte. Der Vorrat an gemeinsamen Liedern der beiden Chöre war weitgehend aufgebraucht. Es war ganz schön da, aber schließlich mussten wir wieder nach Hause. Im Bus verteilte Sangesbruder H noch einen südafrikanischen Likör der Marke Schlüpferstürmer. Ein Teltower Sangesbruder legte eine CD mit flotter Musik auf. Einige Lieder wurden teilweise mitgesungen, einige Freunde des Gesangs dösten ein wenig. Übrigens war der Busfahrer ein guter Mann, der auch Witze gut erzählen konnte und wohl auch Spaß an dieser Tour hatte. Er hat wohl auch ein schönes Trinkgeld bekommen.

Die Herrenpartie war gelungen, wir haben so viel gesungen wie noch nie bei einem solchen Ausflug. Wir sind schließlich ein Gesangverein und ein Männerchor. Was verbindet uns? Das Singen! Dank an diejenigen, die alles bestens vorbereitet hatten.
Prosit, liebe Sangesbrüder!

Rainer Markert, am längsten Tag im Juni des Jahres 2011, niedergeschrieben auf Wunsch des Sangesbruders H, der meinte, er hätte noch nichts über die Herrenpartie gelesen. Da der Sangesbruder H stets so viel so zuverlässig für uns tut, bin ich flugs an meinen PC geeilt, um diesen Bericht zu Papier zu bringen.


Vom Teltowkanal zum Neckar.

Eine Reise der Männergesangvereins Zehlendorf 1873 nach
Heidelberg-Ziegelhausen vom 5. bis 8. Mai 2011

Wir Berliner behaupten gerne, wir kämen von der Spree. Tatsächlich ist uns Zehlendorfern der Teltowkanal ein wenig näher. Allerdings nicht wenn es sich um Romantik oder Schönheit handelt. Vor langer Zeit war der Vorsitzende des Männergesangvereins Zehlendorf 1873 zur Kur in Westdeutschland, und traf da den Vorsitzenden der Liedertafel Ziegelhausen 1846. Was tun zwei begeisterte Sangesbrüder, wenn sie sich treffen? Sie vereinbaren gegenseitige Chorbesuche und gemeinsames Singen. So entstand eine langjährige Chorfreundschaft zwischen Zehlendorf und Ziegelhausen, regelmäßig erneuert durch Chorreisen zu runden Stiftungsfesten. Da sei mir eine Anmerkung erlaubt. Die Gemeinde Ziegelhausen kam zu Heidelberg wie Zehlendorf zu Berlin, nämlich durch Eingemeindung in die benachbarte Großstadt.

In Teltow, der Stadt, die dem Kanal den Namen gab, übt der Männerchor Frohsinn 1874. Früher im Schwarzen Adler, seit Jahren aber im alten Feuerwehrhaus in der Ritterstraße. Seit 1991 pflegen der Männergesangverein Zehlendorf und der Männerchor Frohsinn Teltow eine gute Freundschaft. Man singt gelegentlich zusammen, macht jährlich eine gemeinsame Herrenpartie ins Umland und tritt bei Konzerten auf. Zeitweise gab es und gibt es gerade jetzt eine gemeinsame Chorleitung und sieben oder acht Sänger singen regelmäßig in beiden Chören.

Die Chorleiterin der beiden Männerchöre in Teltow und Zehlendorf heißt Isabella Karpinski. Sie kommt aus einer überaus musikalischen Familie. Besonders ihr Vater Martin Karpinski hat sich als Chorleiter einen Namen gemacht. Trotz seiner 77 Jahre leitet er den Arbeitergesangverein von 1911, von allen Landen, in denen gesungen wird, ausgerechnet in dem uns bekannten Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen. Man erkennt schon am Gründungsjahr, dass der AGV in diesem Jahr sein hundertjähriges Stiftungsfest feiert. Das war auch der Anlass für den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, den Chor mit der Zelter-Plakette auszuzeichnen. Das ist die höchste Ehrung, die ein Chor erringen kann. Die Zehlendorfer erhielten die Plakette 1973, die Teltower konnten 1974 nicht auf diese Weise geehrt werden, die DDR hatte vielleicht andere Vorstellungen.

Nun war der AGV Ziegelhausen so freundlich, die Teltower und die Zehlendorfer zu diesem Stiftungsfest im Mai einzuladen. Am Freitagabend fand das große Jubiläumsbankett statt. Natürlich in Ziegelhausen in der Steinbachhalle. Es gab Ansprachen, Gratulationen, Pokale wurden überreicht. Der Reden gab es viele, zum Teil sehr langatmig, aber es wurde auch gesungen, es war ja schließlich ein Sängerfest. Einer der größten Chöre war der Martinschor, genannt nach dem Chorleiter Martin Karpinski. Dazu gehörten die Chöre aus der Umgebung, die er leitet, und der Teltower Chor, der wohl aufgrund der langjährigen Chorleitung von Tochter Isabella Karpinski in Teltow dabei mitsingen durfte. Ein großer Chor klingt natürlich auch sehr gut. Der gute Moderator war ein wenig überfordert, denn er sprach von den „Teltoffern" aus Berlin. Außer den Zehlendorfern und den Teltowern hat das wohl niemand bemerkt und alle freuten sich.

Am Sonnabend bat uns die Liedertafel 1846 in ihr Vereinsheim zu Bier, Kaffee und Kuchen. Der Vorsitzende der Liedertafel, Wolfgang Walter, ist Ehrenmitglied im Männergesangverein Zehlendorf und der frühere Vorsitzende des MGVZ, Winfried Bähr, ist Ehrenmitglied der Liedertafel. Da Wolfgang Walter drei Tage vor unserem Besuch Geburtstag hatte, trug der große Chor, d.h. die Sänger aus Zehlendorf und Teltow gemeinsam ein Ständchen vor und sang weitere schöne Lieder. Es war ein angenehmer Nachmittag. Die Liedertafel hat ein eigenes Vereinsheim, weil es schwierig war, ein Probenlokal für den Chor zu finden. Der Verein hat etwa 300 fördernde Mitglieder, die überwiegend Geschäftsleute und selbständige Handwerksmeister sind. Da lässt sich ein eigenes Heim eben finanzieren. Die Zehlendorfer luden die Sänger der Liedertafel schon jetzt zum 140jährigen Stiftungsfest des MGVZ im Oktober 2013 ein.

Am Abend kamen viele befreundete Chöre aus der Umgebung in der Steinbachhalle zusammen und es wurde wieder viel gesungen, wunderbare Lieder waren dabei, auch gemischte Chöre traten auf und gaben ihr Bestes. Es war einfach schön und wichtig, die Leistungen dieser Chöre kennen zu lernen. Auch das Liedgut war sichtlich anders als unser Repertoire und gab auch einige Anregungen für unsere Probenarbeit in Berlin. Besonders schön war es, wenn jüngere Sänger dabei waren, die gute kräftige Stimmen hatten. In ländlichen Gegenden finden wohl mehr Jüngere den Weg zu einem Chor als in der Großstadt. Die Teltoffer aus Berlin trugen ein paar Lieder vor und bekamen viel Beifall. Die Zehlendorfer sangen das „Zehlendorf-Lied", Preußens Gloria und Tulpen aus Amsterdam. Das Publikum klatschte gerne mit und war begeistert, als die Sänger Tulpen aus Amsterdam den Zuhörern zuwarfen. Beide Chöre sangen unter der Leitung von Isabella Karpinski, die seit einem halben Jahr auch den MGVZ leitet. So waren wir Zehlendorfer sicher gute Botschafter unseres Bezirks.

Die Tage in Heidelberg und Ziegelhausen waren wunderbare Frühsommertage und es war möglich, tagsüber etwas von Alt-Heidelberg zu erkunden. In der Fußgängerzone gab es ehr viele Cafés und Gaststätten aller Art. Natürlich konnte man draußen sitzen oder am Neckar und ein wenig von der Romantik Heidelbergs empfinden. Manch einer soll ja da sein Herz verloren haben in einer lauen Nacht an Neckarstrand. Im Vergleich dazu ist der Teltowkanal eine nüchterne künstliche Wasserstraße. Aber auch da soll es romantische Ereignisse geben. Beispielsweise kam die junge Chorleiterin Isabella nach Teltow, als der Männerchor Frohsinn einen Dirigenten suchte. Sie brachte dann die Sänger zu hohen Leistungen im Chorgesang und es kamen neue und mehr Sänger zu den Probenabenden. Und Isabella verliebte sich in den Teltower Tenor André und es wurde dann auch in Teltow geheiratet. Also gibt es doch Romantik am Teltowkanal? Vielleicht, und laue Sommernächte auch, aber keinen Strand. Der Teltowkanal hat nur rostige Spundwände. Wenn aber die Liebe am Neckar nicht auf Sand gebaut ist, dann rostet sie auch nicht am Teltowkanal.

Zehlendorf, an einem lauen Vorsommerabend im Mai 2011 Rainer Markert


Adventskonzert
Eines steht immer fest, da braucht man keinen Terminkalender: Am Ersten Advent um 15 Uhr, jedes Jahr, findet in der Pauluskirche in Zehlendorf das Adventskonzert des Männergesangvereins Zehlendorf 1873, des Frauenchores Zehlendorf 1952 und der Saarmann'schen Liedertafel 1873 statt. Das erste dieser Konzerte fand wohl 1980 statt, nur mit den beiden Zehlendorfer Chören, in der Pauluskirche. In den Folgejahren gab es weiterhin solche Konzerte, sie fanden aber in anderen Kirchen statt. Erst in den späten 1980er Jahren wurden die Konzerte in der Pauluskirche regelmäßig zum Höhepunkt im Jahreslauf der Chöre. Der Männergesangverein hatte einen Chorleiter, der auch die Saarmann'sche Liedertafel aus Reinickendorf leitete. Da lag es nahe, auch die Saarmänner am Konzert zu beteiligen. Inzwischen gibt es einen neuen Chorleiter, den Kirchenmusiker Helge Pfläging, der wiederum diese beiden Männerchöre leitet. Das Adventskonzert 2006 war das Beste, sagen viele Zuhörer ungefragt, aber laut und deutlich. Das hört man gerne. Immerhin gibt es ein Stammpublikum, das jedes Jahr zum Konzert antrabt, unabhängig von irgendwelchen Ankündigungen. Schon 2005 wurde laut verkündet, dass es das beste Konzert gewesen sei. Da hatte Helge erstmals eine neue Aufstellung des gemischten Chores erfolgreich praktiziert. Auch wurde vom Männergesangverein ein Lied vorgetragen, bei dem eine kleine Gruppe von Sopranistinnen mitwirkte. Bei einem weiteren Lied des MGVZ ertönten plötzlich die Saarmänner von der Empore aus zu einem Duett der beiden Chöre. Das gefiel den Zuhörern recht gut.
Natürlich gab es früher auch Kritik, weil die Konzerte recht lange dauerten. Schließlich sind Kirchenbänke nicht gerade bequem. Sie dienen vielmehr zum Bereuen der Sünden, was man in einem wohligen Knautschsessel nicht richtig hinkriegt. Also, nach bis zu zwei Stunden auf den Kirchenbänken taten vielen Zuhörern die zum Sitzen benötigten Körperteile weh und sie beklagten sich. Seitdem soll ein Konzert nicht länger als 75 Minuten dauern. Nun gibt es keine Klagen mehr und es herrscht eitel Freude. Es gibt gar nicht so viele Adventslieder, um jedes Jahr etwas anderes zu singen. Am liebsten wäre es für die Zuhörer, „Stille Nacht, heilige Nacht" bei Kerzenschein zu hören, aber die Chorleiter verstehen sich als Künstlerische Leiter und haben einen gewissen Anspruch. Sie tun sich immer sehr schwer bei der Auswahl der Lieder, die gesungen werden sollen. Wenn sich mal absolut kein passendes Lied findet, wird eben eines variiert oder ein Neues komponiert. Damit alles klappt, beginnen die Chöre schon nach der Sommerpause mit dem Einstudieren der Adventslieder.
Leider ist die Orgel der Pauluskirche in einem derart schlechten Zustand, dass sie nicht mehr zuverlässig bespielt werden kann. Unsere Chorleiter, neben Helge Pfläging dirigiert noch Cesar Gustavo La Cruz, der für den Frauenchor zuständig ist. Beide sind begeisterte Organisten. Also wird nun mehr gesungen als auf der Orgel gespielt. Immerhin hat die Kirchengemeinde einen Verein gegründet, dessen Aufgabe die Finanzierung einer neuen Orgel ist. Die Kollekte unseres Konzertes belief sich auf 620 Euro und kommt voll dem Orgelbau zugute.
Wenn nun in den nächsten Jahren die Heizung in der Pauluskirche gut funktioniert, steht den Adventskonzerten nichts im Wege. Die drei Chöre und das Publikum freuen sich schon darauf. Also alles Gute bis zum Ersten Advent um 15 Uhr in der Pauluskirche.
Rainer Markert